Optimal Lüften – die Grundlagen

Wie ist das mit der feuchten Luft?

Luft kann je nach Temperatur unterschiedlich viel Feuchtigkeit aufnehmen (je wärmer umso mehr). Kühlt man feuchte Luft ab, so muss sie unter einer gewissen Temperatur (Taupunkt) wieder Feuchtigkeit abgeben. In der Natur erkennen wir dieses Auskondensieren anhand von Nebel- oder Wolkenbildung. In unseren Räumen kondensiert die Luft auch dort zuerst wo es am kühlsten ist und umso früher, je feuchter die Luft ist.

Sowohl bei Neubauten als auch bei energetischen Sanierungsmaßnahmen wird inzwischen auf eine dichte Gebäudehülle geachtet. Der Entfall von Zugluft durch Ritzen und Spalten führt nicht nur zu einer entsprechenden Energieeinsparung sondern steigert auch in erheblichem Maße die Behaglichkeit.

Besonders im Sanierungsbereich wird dabei leicht übersehen, dass dichte Fenster und Türen mit besonderen Anforderungen an das Lüftungsverhalten einhergehen. Ein zu geringer Luftwechsel führt zu einer Anreicherung der Raumluft mit Schadstoffen (Sick-Building-Syndrom) und vor allem von Feuchtigkeit. Letztere bildet die Grundlage für feuchte Wände und Schimmelpilz-Wachstum. Selbst wenn man die Wohnung durch häufige Fensterlüftung schimmelfrei halten kann, so bedeutet dies im Gegenzug nur, dass die ursprünglich einzusparen gehoffte warme Luft doch wieder durch das Fenster hinaus gelüftet wird. Die hereingelassene kalte Frischluft muss jedes Mal erneut von der Heizung erwärmt werden, was sich erst in der Heizkostenabrechnung wieder spiegelt.

Abhilfe schafft das Lüften mittels kontrollierter Wohnraumlüftung (KWL) mit integrierter Wärmerückgewinnung (WRG). Durch den darin enthaltenen Wärmetauscher (WT) strömt sowohl die herein­kommende als auch die hinausgehende Luft, während sie durch feine Lamellen voneinander getrennt ist. Die Wärme überträgt sich dabei mit einer Wärmerückzahl von bis zu 90% von der warmen auf die kalte Luftmasse. In einem konkreten Praxis-Beispiel strömt Frischluft mit einer Außentemperatur von 0°C ins Gerät. Diese wird mit der Energie der abgesaugten, 20°C warmen Raumluft erwärmt und strömt vorgewärmt mit beispielsweise 15°C (bis zu 18°C sind möglich) in den Raum. Die Differenz zwischen 0°C (Fensterlüftung) zu den 15°C (mit WRG) stellt eine sofort sichtbare Ersparnis dar.

Da beim Abkühlen der warmen Raumluft im Winter auch der Taupunkt unterschritten wird, kann Luftfeuchtigkeit im Wärmetauscher auskondensieren und nach außen abgeleitet werden. Dies stellt einen entscheidenden Schritt in Richtung Schimmelfreiheit dar. Darüber hinaus erlaubt die stufenlose Leistungsregulierung eine individuelle Anpassung an die Raum-Feuchteemissionen. In einem Kinderzimmer wird das Gerät mit sehr viel weniger Leistung betrieben als in einer Küche, in der es gerade dampft.

Wärmerückgewinnung wirkt übrigens auch im Sommer! Da der Wärmetauscher immer wie eine Art „Temperaturbarriere“ wirkt, bleibt auch die große Sommerhitze beim Lüften draußen. Lassen Sie Ihre Rollläden künftig tagsüber geschlossen (keine solare Einstrahlung) – das Lüften übernimmt ab jetzt Ihr neues Lüftungsgerät und sorgt dafür, dass beim Lüften nicht mehr so viel Wärme in den Raum gelangt. Allergiker profitieren von den optional erhältlichen Pollenfiltern und sogar eine Bestückung mit günstigen Aktivkohle-Filtern ist möglich (z.B. bei Geruchs- und Abgasbelastung).

Behaglichkeit

Behaglickeit-Diagramm
Trotz steigender Energiepreise sollte auch das Wohlbefinden der Bewohner nicht vernachlässigt werden. Der Zusammenhang zwischen Behaglichkeit mit Temperatur + Luftfeuchtigkeit spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Die nebenstehende Grafik (Behaglichkeitsfeld) veranschaulicht, wie eng krankheitsfördernde Umstände damit verbunden sind. Die einfache Regelung des Lüftungsgerätes erlaubt es Ihnen, die Leistung individuell an Ihre Raumverhältnisse anzupassen. Im Winter kann überschüssige Feuchtigkeit sehr gut ausgeleitet werden und im Sommer führt die kontrollierte Lüftung zu weniger Schwüle, die man durch ein offenes Fenster schnell im Raum hätte.

Schimmelbildung

Schimmel entsteht überwiegend in feuchten Räumen. Hauptsächlich müssen hier drei mögliche Ursachen für die Feuchtigkeit unterschieden werden:

1. Wasser dringt durch Leckagen oder aus dem Erdreich ins Mauerwerk ein:

In diesem Fall sollte unbedingt die Ursache der Feuchtigkeit ermittelt und beseitigt werden. Das Gerät kann anschließend zum Einsatz kommen, um die noch vorhandene Feuchtigkeit auszuleiten.

Lässt sich die Ursache der Feuchtigkeit nicht ermitteln oder sprengt die Beseitigung den finanziellen Rahmen, so hilft das Gerät besonders im Winter auf kostengünstige Weise die Wände zu entfeuchten.

2. Es handelt sich um einen Raum in dem die Feuchtigkeit nicht ausreichend gelüftet wird (sehr häufig):

Besonders seit Häuser saniert, die Türen und Fenster immer dichter werden, hört man reihenweise von Räumen bei denen im Winter die Wände und Fenster „schwitzen“. Nicht immer ist die Ursache so leicht zu finden wie beim Aquarium das direkt im Zimmer steht und ständig Wasser verdunstet. Am deutlichsten ist Wasser noch wenn es beim Duschen oder Kochen frei wird aber auch jeder Bewohner und jede Pflanze gibt kontinuierlich Feuchtigkeit an die Raumluft ab.

3. Kältebrücke in einer Aussenwand, besonders im Altbau

In der kalten Jahreszeit wandert der der Taupunkt – das ist die Temperatur, bei der Wasser aus der Luftfeuchtigkeit kondensiert – in das Mauerwerk hinein. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert zu Wasser und schlägt sich am Mauerwerk nieder. Wird nicht ausreichend gelüftet, bzw. die Feuchtigkeit abtranspoirtiert, entsteht Schimmel.

Luft kann je nach Temperatur unterschiedlich viel Feuchtigkeit aufnehmen (je wärmer umso mehr). Kühlt man sie ab, so muss sie ab einer gewissen Temperatur (Taupunkt) wieder Feuchtigkeit abgeben. Am Himmel erkennen wir dieses Auskondensieren der aufsteigenden und damit abkühlenden Luftmassen an der Wolkenbildung. In unseren Räumen kondensiert die Luft auch dort wo es am kühlsten ist. Meist sind dies ungedämmte Außenwände oder Fensterrahmen.

Verstärkt wird der Effekt noch durch das Verhalten vieler Bewohner. So wird z.B. das Schlafzimmer nicht beheizt und es steht die Tür offen, durch die warme feuchte Luft aus anderen Räumen ungehindert eindringen kann. In dem kühlen Raum findet unweigerlich eine Kondensation statt, wodurch sich die Feuchtigkeit anreichert.

Wenn Sie übrigens versuchen die Feuchtigkeit über ein gekipptes Fenster los zu werden, so kühlen die Wände noch mehr aus und der Effekt wird verstärkt! Hier wäre regelmäßiges Stoßlüften angebracht. Bitte bedenken Sie, dass durch das regelmäßige Lüften zwar die Feuchtigkeit ausgeleitet wird, gleichzeitig aber auch jedes Mal die bezahlte Wärme der Raumluft unwiederbringlich verloren geht. Somit geht ein Großteil der durch die dichten Fenster eingesparten Heizenergie trotzdem durchs Fenster.

Relativ einfache Abhilfe schafft die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Im Winter wird die ausströmende Luft im Wärmetauscher bis unter den Taupunkt abgekühlt, was sie am Austreten von jeder Menge Kondenswasser erkennen können. Das Wasser wird über das Abluftrohr nach außen abgeleitet und tropft dort von der Abtropflippe der Rohrblende ab. Bei Minusgraden und Aquarienfreunden können sich übrigens recht beeindruckende Eiszapfen bilden!

Da sich im Winter die kalte Frischluft im Wärmetauscher erwärmt, wird diese schön trocken und kann neue Feuchtigkeit im Raum aufnehmen. Der Vorteil unserer dezentralen Kleingeräte liegt darin, dass die Leistung individuell auf die einzelnen Räume angepasst werden kann. Im Kinderzimmer läuft das Gerät z.B. auf kleiner Stufe um bei der geringen Feuchte-Emission keine zu trockene Luft zu erhalten, während man beim Kochen in der Küche eine größere Stufe wählt. In Verbindung mit optionalen Feuchtesensoren reguliert das Gerät seine Leistung automatisch im Bereich einer behaglichen Luftfeuchtigkeit.